Vertragsrecht

Kündigungsfristen richtig berechnen: So vermeiden Sie teure Fehler

Erfahren Sie, wie Sie Kündigungsfristen korrekt berechnen und welche gesetzlichen Regelungen in Deutschland gelten. Ein Leitfaden von Rechtsanwalt Dr. Müller.

Dr. Thomas Müller

Rechtsanwalt, Fachanwalt für Vertragsrecht

10. Dezember 2025
7 Min. Lesezeit

Die korrekte Berechnung von Kündigungsfristen ist eine der häufigsten Fehlerquellen im deutschen Vertragsrecht. Viele Verbraucher verschenken Geld, weil sie Fristen falsch berechnen oder schlicht verpassen.

Gesetzliche Grundlagen

Die allgemeinen Kündigungsfristen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Besonders relevant sind:

  • Paragraph 573c BGB: für Mietverhältnisse
  • Paragraph 621 BGB: für Dienstverhältnisse
  • Paragraph 489 BGB: für Darlehensverträge
  • Für die meisten Verbraucherverträge gilt seit der BGB-Reform 2022: Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit können Verträge mit einer Frist von einem Monat gekündigt werden. Die automatische Verlängerung beträgt maximal einen Monat (früher waren es oft 12 Monate).

    Fristberechnung nach Paragraphen 186-193 BGB

    Die Fristberechnung folgt klaren Regeln:

  • Beginn der Frist: Der Tag, an dem das Ereignis stattfindet (z.B. Zugang der Kündigung), wird nicht mitgerechnet (Paragraph 187 Abs. 1 BGB).
  • Ende der Frist: Eine nach Monaten bestimmte Frist endet mit Ablauf des Tages im letzten Monat, der dem Tag entspricht, an dem die Frist begonnen hat (Paragraph 188 Abs. 2 BGB).
  • Samstage, Sonn- und Feiertage: Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, tritt an die Stelle der nächste Werktag (Paragraph 193 BGB).
  • Praxisbeispiel

    Ihr Mobilfunkvertrag hat eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Vertragsende. Das Vertragsende ist der 31. März. Die Kündigung muss also spätestens am 28. Februar beim Anbieter eingehen. Da der Zugangsweg (Post) einige Tage dauern kann, empfehle ich, die Kündigung spätestens eine Woche vorher abzusenden.

    Mein Tipp

    Senden Sie Kündigungen immer per Einschreiben mit Rückschein. Nur so haben Sie einen rechtssicheren Nachweis über den Zugang. E-Mail-Kündigungen sind zwar oft möglich, aber der Beweis des Zugangs ist schwieriger.

    Nutzen Sie den KündigungsHeld-Generator, um fristgerechte Kündigungsschreiben zu erstellen, die alle rechtlichen Anforderungen erfüllen.

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